Trotz Sommerloch und Hitzewelle gesund durch die warme Jahreszeit

Der Sommer 2022 ist noch nicht vorüber und stellt schon jetzt neue Hitzerekorde auf, die die bisherigen Höchstwerte aus dem Jahr 2003 vermutlich noch übertreffen werden. Auch in den nächsten Wochen werden uns die heißen Temperaturen aller Voraussicht nach erhalten bleiben. Was bedeutet das für die betriebliche Gesundheitsförderung?! Macht es überhaupt Sinn, in den Sommermonaten Bewegungsangebote zu unterbreiten? Oder sollte man jegliche Maßnahmen pausieren und erst im Herbst fortführen, wenn es kühler und die Urlaubszeit vorüber ist? 

Im Sinne einer nachhaltigen und ganzheitlichen Gesundheitsförderung ist es nicht empfehlenswert, bereits begonnene Maßnahmen über eine längere Zeit hinweg zu pausieren. Bereits erzielte positive gesundheitliche Effekte könnten verloren gehen und man läuft Gefahr, dass die Mitarbeitenden die Lust und Motivation am Angebot verlieren. Stattdessen sollten die aktuellen Witterungsbedingungen als Anlass genommen werden, um die bisherigen gesundheitsförderlichen Maßnahmen kritisch zu reflektieren und an die sommerlichen Temperaturen anzupassen. Somit hat man die Chance, den Mitarbeitenden auch in der heißen Jahreszeit etwas Gutes zu tun!

Unbestreitbar ist jedoch, dass sich die Hitze an vielen Arbeitsplätze nicht vermeiden oder nur schwer reduzieren lässt. Besonders betroffen sind Beschäftigte, die auf Außenbaustellen oder in nicht-klimatisierbaren Werkhallen tätig sind. Doch auch im Büro können hohe Temperaturen zur Belastungsprobe werden und zu Konzentrationsstörungen, Erschöpfung und Kopfschmerzen führen. Laut Arbeitsstättenverordnung sind Arbeitgeber verpflichtet, ab einer Raumtemperatur von über 30 °C Maßnahmen zu ergreifen, um Hitzeschäden vorzubeugen (vgl. ASR A3.5).

Im Mittelpunkt der betrieblichen Gesundheitsförderung sollte aber nicht nur die Bekämpfung der Hitze stehen, denn auch im Sommer sind Bewegung, Entspannung und eine gesunde Ernährung wichtig! Die Umsetzung derartiger Angebote kann oft schon mit vergleichbar geringem Aufwand erfolgen und man kann sich das gute Wetter dabei direkt zunutze machen, indem man beispielsweise:

  • die Arbeitsbedingungen optimiert und
    • für Verdunklung der Fenster sorgt
    • elektrische Geräte, die zusätzliche Wärme abstrahlen, nur bei Bedarf einschaltet oder in Räume stellt, die nicht als Arbeitsplatz genutzt werden
    • am frühen Morgen für ausreichend Lüftung sorgt
    • Ventilatoren bereitstellt
    • die bestehende Kleiderordnung lockert
    • flexible Arbeits- und Pausenzeiten anbietet
    • Meetings und Abstimmungen nach draußen verlegt
  • Bewegung und Entspannung fördert und
    • die Mitarbeitenden dazu motiviert, im Sommer mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Angebote wie Jobräder oder ein kleiner interner Wettbewerb können hierbei unterstützen.
    • Bewegungs- und Entspannungskurse ins Freie verlagert
    • aktivierende Angebote in die noch nicht so heißen Morgenstunden verlegt
    • die Mitarbeitenden dazu anregt, in den Pausen an die frische Luft zu gehen
  • Gesunde Ernährung unterstützt und
    • kostenfreie Getränke (z. B. Mineralwasser) und/oder frisches Obst für die Mitarbeitenden bereitstellt
    • sommerliche Salate in der Kantine anbietet
    • gemeinsam gesunde Smoothies zubereitet
    • einen gesunden Koch- oder Grillkurs organisiert

Die Vielfalt dieser Möglichkeiten zeigt eines ganz deutlich: Auch rekordverdächtige Sommermonate sind kein Hinderungsgrund für die Förderung der Mitarbeitendengesundheit. Ganz im Gegenteil! Sie bieten die Chance, bisherige gesundheitsförderliche Maßnahmen anzupassen und neue Angebote in das Portfolio aufzunehmen. So kommen Sie und Ihre Mitarbeitenden rotz Sommerloch und Hitzewelle gesund durch die warme Jahreszeit!

Die kritische Reflexion und Anpassung der eigenen BGF-Maßnahmen lohnt sich aber nicht nur im Sommer! Eine saisonale Ausrichtung der Angebote kann dazu beitragen, die eigenen Maßnahmen noch näher an den aktuellen Bedarfen der Mitarbeitenden auszurichten. Dies steigert die Zufriedenheit und erhöht gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit einer aktiven Beteiligung.

Sie möchten ein eigenes BGF-Programm entwickeln oder Ihre bisherigen Maßnahmen optimieren? Dann nutzen gern unser Beratungsangebot.

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