Interessantes zu Kommunikation, Gewalt und Ernährung in der Pflege

Wertvolle Denkanstöße und praktische Handreichungen vermittelte die Gesundheitsnetz-Veranstaltung „Kommunikation, Gewalt und Ernährung in der Pflege“ am 30. Oktober in der IHK Regionalkammer Zwickau.

Wenn grundlegende Aspekte der Kommunikation beherzigt werden, profitieren Patienten und Pfleger, unterstrich Kathrin Hantschmann, Coach und Trainerin, Menschen|Werte|Wachstum Zwickau. Dazu zählen u.a. wertschätzender, kollegialer Umgang, Informationsfluss, die Regel nicht über, sondern mit Menschen zu sprechen sowie der Einsatz positiver Sprachbilder am Patienten: „Ich ziehe Ihnen die kuschlige Jacke an, gleich wird Ihnen warm…“ (nicht: „Ich ziehen Ihnen die Jacke an, damit Sie nicht frieren…“)

Pflegemaßnahmen gegen den Wunsch der Patienten/Bewohner werden von rund 25 Prozent Befragter in der Praxis bestätigt. Auf entsprechende Forschungsergebnisse verwies Antje Jager, Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Westsächsische Hochschule Zwickau. Zu Gewaltformen in der Pflege zählen z.B. Einschränkungen des freien Willens oder Vernachlässigung (zum Essen zwingen, lange auf Hilfe warten lassen). Umso wichtiger seien Prävention, Bildungsarbeit und kritische Reflexion bestehender Strukturen.

Gegen altersbedingten Muskelschwund und Mangelernährung Pflegebedürftiger hat Dr. Thomas Lipp, Leipziger Facharzt für Allgemeinmedizin, ein einfaches Rezept: „Raus aus dem Nest, in die Sonne legen und täglich ein Ei verabreichen.“ 

Beim Vortrag Dr Thomas Lipp klein

Im Bild: "Ich möchte Ihnen Kraft und Bewusstsein geben, beim Thema Ernährung im Alter viel öfter auf Ihren gesunden Menschenverstand zu setzen", gab Dr. Thomas Lipp den Teilnehmern mit.

Mit ganz einfachen Maßnahmen könnte viel mehr erreicht werden, als mit teuren Therapien. Er ermutigte die Pflegekräfte, viel häufiger auf den gesunden Menschenverstand zu setzen: „Natriummangel ist die häufigste Ursache für Stürze – ich möchte in keinem Pflegeheim natriumarmes Wasser sehen!“  Um Mangelernährung zu vermeiden und adäquate Energieaufnahme sicherzustellen, sollte folgende Frage im Zentrum stehen: „Profitiert der Patient in Bezug auf seine Lebensqualität?“ Text und Foto: Kathrin Buschmann / IHK

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